Die Orgel

Die Orgel im Herrnhuter Kirchensaal

In der Erneuerten Brüder-Unität hatte die Orgel von Anbeginn einen hohen Stellenwert. Ein Kirchensaal ohne Orgel war schon im 18. Jh. kaum vorstellbar. Ziemlich genau alle 50 Jahre hat sich Herrnhut im Laufe seiner Geschichte eine neue Orgel für den Großen Saal geleistet bzw. leisten müssen. Die Vernichtung der Orgel durch Brand, wie 1945 geschehen, war eine große Ausnahme. Man kann davon ausgehen, dass die Orgeln ansonsten durch die vielfältige Nutzung nach 50 Jahren einfach verschlissen waren. Man entschied sich in Herrnhut nicht für Generalsanierung, sondern rangierte die jeweils alte Orgel einfach aus. Unsere jetzige Orgel ist nun über 50 Jahre alt. Sorgen macht sie allerdings nicht erst seit kurzem. Dies bleibt meistens dem Zuhörer verborgen. Der Organist gibt sich alle Mühe, die technischen Mängel und Defekte nicht hörbar werden zu lassen.

Die Kirchenmusik in Herrnhut


»Es ist eine alte und bekannte Sache, dass die Lieder die beste Methode sind, Gotteswahrheiten ins Herz zu bringen und darinnen zu konservieren«.

Mit diesen Worten bringt der Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, seine Meinung zum Gemeindegesang zum Ausdruck. Für ihn kam das gesungene Gotteslob weit vor der Predigt. Das wirkt bis heute nach, denn wer die Brüdergemeine in Herrnhut heute erlebt, wird ihre Freude am Singen bemerken. Das äußert sich nicht nur im kräftigen Gemeindegesang, sondern auch im Stellenwert des Gemeindegesanges selbst: Der Predigtversammlung steht auf Augenhöhe die Singstunde gegenüber, eine gottesdienstliche Versammlung, in der die Gemeinde Gottes Wort mit Liedversen auslegt. Selbst die Abendmahlsliturgie hat in der Brüdergemeine das Singstundenprinzip als Grundlage. Allgemeine Freude am Singen – eine wunderbare Voraussetzung für kirchenmusikalische Arbeit!